Hawking, Susskind, mein Vater und ich

Stephen Hawking hat sich sein Leben lang mit Schwarzen Löchern beschäftigt. Ich habe ein etwa zwanzigminütiges Fachgespräch mit meinem Vater geführt, in dem sich ein für mich völlig hinreichender Erkenntnisgewinn einstellte. Es ist ja nun mal scheinbar so, dass so ein Schwarzes Loch alle Materie um sich herum wie ein Staubsauger aufsaugt. Auch unsere Milchstraße hat so ein Loch und die Frage liegt nahe, was denn mit der ganzen Materie passiert, die darin verschwindet. Hawking selbst ist mit der Beantwortung dieser Frage auch nicht ganz zu Ende gekommen. Man kann sich auch vorstellen, dass am Ende, wenn die Löcher alle Galaxien aufgefressen haben, nur noch die Löcher übrig bleiben, die sich dann solange gegenseitig auffressen, bis ein Loch alleine übrig bleibt. Das ist nun aber paradox, denn ein solches Loch hätte in seiner Gier sein eigenes Loch-Sein quasi ad absurdum geführt. Denn ein Loch ist ja wohl ohne das, worin es ein Loch ist, einfach nur gar nichts mehr. Ein Loch in meiner Hose verschwindet schließlich vollständig, wenn ich mir die Hose rund um das Loch wegdenke. So verschwände schließlich auch das letzte Schwarze Loch spurlos und vollständig.

Mein Vater wollte nun wissen, wo denn die ganze Materie bliebe, wenn am Ende das letzte Schwarze Loch spurlos verschwinden würde. Das war ja irgendwie auch Hawkings Problem, der darüber zwanzig Jahre lang mit Leonard Susskind gestritten hat. Hawking war der Meinung, sämtliche Information ginge eben mit dem Schwarzen Loch verloren. Mein Vater war damit nicht einverstanden und Leonard Susskind auch nicht. Hawking hat sich damals entschuldigt und irgendetwas Unverständliches über die Information gesagt, die nun eben doch nicht verschwinde.

Ich habe in unserem Fachgespräch eine elegantere Lösung gefunden. Demnach hat ein Schwarzes Loch eben zwei Öffnungen. Was in die eine hineinfällt, kommt aus der anderen wieder heraus. Das geschieht explosionsartig, wie ein Big Bang und zwar genau in dem Moment, in dem das Loch auf der Saugseite verschwindet. Das ist der Lauf der Welt. Sie explodiert aus einem Schwarzen Loch heraus, expandiert und entwickelt sich, wobei wieder neue Schwarze Löcher entstehen. In die fällt das ganze schöne Universum irgendwann wieder vollständig hinein und so weiter. Das geht schon immer so, hat niemals angefangen und hört auch niemals auf.

Dann machte ich mir ein Bier auf und mein Vater machte uns was Schönes zum Abendbrot. Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause.

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