Friedlich und sanft

Es tut mir leid, aber ich mag einfach keine Männer. Ich bin viel lieber unter Frauen. Ich selbst bin ganz froh, keine Frau zu sein, denn ich genieße natürlich gern alle Vorzüge einer männerdominierten Welt, ich kann sie aber nun mal nicht leiden. Inzwischen kann ich auch keine Fernsehnachrichten mehr sehen, wenn sie von Männern vorgetragen werden, Radio hören geht auch nicht mehr. Ich erinnere mich manchmal an den Geruch in der Männerumkleide bei Stahl Hennigsdorf. Dann wird mir übel. Wie gesagt, bei Frauen ist mir wohler. Leider ist es bei den meisten Frauen andersherum. Es dauert nie lange und sie schleppen irgendwelche Männer an. Ohne zu fragen und ganz selbstverständlich. Nur deswegen muss ich auch den Kontakt zu Frauen auf das Notwendigste einschränken. Das ist übrigens auch in monogamen Beziehungen so. Ich bin oft genug darauf hereingefallen. Erst ist man selbst der Mann der angeschleppt wird und sitzt grinsend in der Küche, während der andere seine Sachen packt. Nur wenig später packt man selbst und weiß wieder ganz genau, dass man keine Männer mag.

Na ja. Inzwischen kann ich damit gut umgehen. Wie so oft macht es am meisten Spaß, wenn man die Sache paradox angeht. Orthodox wäre es, Männertreffen einfach zu meiden. Dann kann man aber nichts gestalten und kommt folglich nicht weiter. Ich gehe erstens zu Männertreffen hin und versuche zweitens, sozusagen als Maulwurf, Frauen einzuschleusen. Die kommen dabei gar nicht erst auf die Idee, noch mehr Männer mitzubringen, das Männertreffen ist wirkungsvoll gehackt und ich fühle mich wesentlich wohler. Vielleicht sollte ich mit diesem Know how jetzt doch Politiker werden. Die Politik lässt die Männerumkleide von Stahl Hennigsdorf um Längen hinter sich. Danach kommt nur noch das Alfred-Brehm-Haus. Als erstes würde ich dafür eintreten, dass es umbenannt wird, denn so ein schlimmer Mann war Alfred Brehm dann doch nicht, dass er es verdient hätte, als olfaktorische Katastrophe verewigt zu werden. Da kommen ganze andere Männer und vor allem Politiker in Betracht. Aber eins nach dem anderen.

Der Krieg ist auch so eine Männersache. Ich glaube inzwischen ganz fest daran, dass wir den Krieg nur loswerden, wenn wir die Männerherrschaft beenden. Das funktioniert aber nicht etwa so, dass die Männer alle auf einmal auf die Macht verzichten. Das können sie gar nicht, dafür sind es ja Männer. Es funktioniert ganz einfach und ganz leise nur dadurch, dass die Frauen eben keine Männer mehr anschleppen. Dann werden wir alle ganz friedlich und sanft.

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