Spielfigur

Man sagt ja, dass man eine Simulation an ihren Fehlern erkennen könnte. Also wenn sich die eigene Optik zum Beispiel plötzlich gegeneinander verschieben würde, sagen wir oben gegen unten, dann hätte man so einen Fehler in der Matrix. Das wäre dann ein eindeutiger Hinweis darauf, dass wir Teil einer Simulation sind. Solche Fehler nehme ich seit einiger Zeit sehr deutlich wahr. Es erscheint mir auch irgendwie logisch, Teil einer Simulation zu sein. Anders wären die Vorgänge um mich herum nur sehr schwer oder gleich gar nicht zu erklären. Nehmen wir nur mal die SPD-Martin-Schulz-Geschichte. Sie ist eigentlich nur von ihrem Ende aus zu verstehen, das ja aus unserer Perspektive noch gar nicht feststeht. Genauso verhält es sich aber auch mit der CDU-Angela-Merkel-Story. Das gehört alles zu einem Plot für die eigentliche Geschichte, die gerade erzählt wird. An dieser Stelle muss man nun fragen, warum ich offensichtlich der einzige bin, dem die Fehler in der Matrix auffallen. Die für mich am wahrscheinlichsten klingende Antwort lautet: Ich bin die einzige Spielfigur im Spiel. Alle anderen, du, Martin Schulz und Angela Merkel eingeschlossen gehören zum Plot, zur Rahmenhandlung der Simulation (ich weiß jetzt nicht, wie man das nennt). 

Es ist schon klar, nur so kann man die Rechenleistung der Simulation und damit ihren Energiebedarf einigermaßen im Griff behalten. Welches Ziel die Simulation verfolgt, kann ich nicht wissen, aber ich kann raten. Es sieht so aus, also wollte man herausfinden, was aus der Welt geworden wäre, wenn die Menschen die vorherrschende Spezies geblieben wären. Es gehört jetzt nicht viel dazu, sich vorzustellen, worauf es hinausläuft. Das ich mir das vorstellen kann ist aber auch interessant! Es scheint geradezu so zu sein, dass ich als Spielfigur so angelegt wurde, dass es gar nicht anders gehen kann. 

Vielleicht muss ich aber auch versuchen, irgendwie aus der Simulation hinauszukommen. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Und was soll ich dann da draußen machen? Womöglich ist es da gar nicht so gemütlich wie hier? Vielleicht würde ich mir aber etwas mehr selbst gehören. Ich wäre eben keine Spielfigur mehr und würde jeden Tag selbst entscheiden, was ich tue und was ich nicht tue. Ich würde vielleicht einfach fortgehen, statt jede Woche wie ein Uhrwerk abzuschnurren. Ich würde keine Steuererklärung machen und keine Rentenunterlagen ordnen. Ich hätte keine Hauslatschen. Und ich würde nichts vermissen. 

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