Neues vom Koala

Was gibt es eigentlich Neues vom Koala? Er hatte es ja vor vier Jahren verpasst, zum Maskottchen der GroKo zu werden. Die Chancen stehen diesmal nicht schlecht. Ich wurde hellhörig, als es hieß, man habe auf eine Nachtsitzung verzichtet, weil man es an dem Tag sowieso nicht mehr schafft. So kann ein Schuh draus werden! Ein Koala wird es sich lieber dreimal überlegen, ob er seinen Schlafbaum verlässt. Wenn noch nicht genug Eukalyptus gewachsen ist, hat es ja überhaupt keinen Sinn. Es wäre sogar sträflicher Unsinn, der dem Koala schlecht bekommen könnte. Er muss mit seiner Energie haushalten, denn viel gibt der Eukalyptus schließlich nicht her. Im Radio haben sie gesagt, dass die Gefahr bestünde, dass die Bürger jetzt die Geduld verlieren. Ich glaub‘s auch! Vielleicht ist ja alles nur ein Test, wieviel Geduld die Journalistinnen und Journalisten noch aufbringen, jeden Tag vom frühen Morgen bis in die Nacht vor den Parteizentralen herumzulungern. Sie haben ja keine andere Wahl, denn sonst schmieden die da drinnen einfach mir nichts dir nichts eine Große Koalition und niemand erfährt etwas davon. Vielleicht lenkt sie Olympia ein bisschen ab.

Der Koalitionsvertrag ist ja jetzt schon so dick, dass es gut und gerne den Rest des Jahres dauern kann, bis ihn jedes SPD-Mitglied von vorne bis hinten durchgelesen hat, damit es schließlich zustimmen kann. Oder eben auch nicht. So ist es eben nun einmal. Der Koala hat es nicht leicht. Er muss soviel fressen und dann so viel schlafen, dass es passieren kann, dass er keine Zeit mehr für die Fortpflanzung hat. Darum ist er immer vom Aussterben bedroht. Es hat überhaupt keinen Zweck, ihm Porree hinzuwerfen. Er wird ihn nicht fressen, sondern eher verhungern. Genauso ist es mit der Großen Koalition. 

Falls es in diesem Jahr noch etwas damit wird - was ich schwerlich glaube - heißt das noch lange nicht, dass sie es geschafft haben. Dann müssen sie nämlich noch regieren und das möchte ich doch mal sehen. Sie werden sich vor lauter Koalitionsvertrag gar nicht bewegen können. Das mag zwar alles sehr kompliziert und anstrengend sein - aber es kann eigentlich nur noch komplizierter und noch anstrengender werden. So ist es leider und es gibt überhaupt keinen Ausweg aus diesem Dilemma. Man muss sich dem stellen, wenn man nicht seine Freiheit gegen die Einfachheit eintauschen will. An meiner Geduld als Bürger sollte es jedenfalls nicht scheitern. Und Freitag ab eins haben sie hoffentlich Wichtigeres zu tun. 

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