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Es werden Posts vom Februar, 2018 angezeigt.

Frühjahrsputz

Wenn einem nichts anderes mehr einfällt, beschäftigt man sich ja gerne mit ganz und gar abwegigem Zeug. Der Mensch will eben etwas zu tun haben. Untätig herumsitzen liegt ihm nicht. Untätig herumliegen steht ihm dagegen gut! Ich habe in den vergangenen zwei Stunden sämtliche mir bekannte Online-Portale besucht, die Spam-Ordner in allen Mail-Accounts durchgesehen und meine Brillen geputzt. Das kann man alles im Liegen erledigen. Wie schlimm es diesmal wirklich war, merkte ich daran, dass ich mich nach dem Aufstehen dabei erwischte, wie ich den Herd in der Küche mit Scheuermilch einweichte. Aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus, da kann ich so aufgeregt auf die Tastatur einhämmern, wie ich will. Ich muss jedenfalls die Scheuermilch wieder vom Herd entfernen, wenn ich nachher etwas darauf erhitzen will. Selbst bei äußerster Vorsicht kann es dann passieren, dass die wertvolle Patina, die sich in den vergangenen achteinhalb Jahren dort gebildet hat Schaden nimmt. Ich weiß auch ni…

Sand im Kopf

Das Schöne am Winter ist ja, dass er vorübergeht, wenn er erstmal angefangen hat. Ab 1. März kann man, wenn man will, schon vom Frühling sprechen. Anfühlen wird es sich noch nicht so, aber das macht nichts. Der Frühling beginnt im Kopf, auch wenn man eine Mütze auf hat. Apropos Kopf: Angeblich haben wir ja einen Skandal bei der Bundeswehr. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ursula von der Leyen hat sich einfach Rainer Eppelmann zum Vorbild genommen, der seinerzeit die Nationale Volksarmee der DDR abgewickelt hat. Das ist ihr hoch anzurechnen. Panzer zu Gießkannen, U-Boote zu Aquarien und Hubschrauber zu Windrädern. Ich bin dafür und „Alle Soldaten geh’n nach Haus“. Das wird schon noch. Man darf eben nur nicht immer gleich den Sand in den Kopf stecken.

Ich muss gleich noch ein Paket zur Post bringen, was ja nicht geht, weil es keine Post mehr gibt. Also werde ich das Paket zur nächsten Tankstelle bringen. Das wird schwierig, weil es sich um eine ziemlich große Kiste handelt, die hoffe…

Immer zweimal

Hartmut hat ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank! Wenn ich etwas einfrieren will, lege ich es ins Frostfach. Es gibt überhaupt keinen Grund, gleich die ganze Welt in einen Gefrierschrank zu verwandeln. Alles, was man jetzt aus Versehen draußen liegen lässt, friert einem zu Stein und Bein. Die Wäsche zum Beispiel. Angeblich trocknen die Eskimos so ihre Handtücher. Das heißt dann Ausfrieren. Bei meiner Wäsche führt die Kälte aber nur zum Einfrieren. Immerhin können mir keine Autoscheiben mehr zufrieren. Das ist aber nur ein schwacher Trost, denn die Bahn ist auch sehr frostempfindlich. Ruck-zuck kann einem eine Weiche festfrieren. Man weiß dann immer nicht, was besser ist: Auf dem eisigen Bahnsteig stehen und nicht wegkommen oder im warmen Zug sitzen und nicht weiterfahren können. Das ist beides schlimm. Noch schlimmer ist es aber, im letzten warmen Zug ohne Weichenstörung einzuschlafen und am eiskalten Endbahnhof vom Schaffner geweckt zu werden.

Keine dieser Katastrophen ist ein…

Frühling!

Seit meinem Rückzug ins Private lebe ich sehr komfortabel und angenehm. Ich verzehre ein kleines Gehalt, dass ich monatlich als Entgelt für gewisse Dienstleistungen beziehe, die abzuleisten ich mich verpflichtet habe. Der Aufwand dafür ist zur Zeit einigermaßen vertretbar. Statt mich nun zufrieden zu geben und froh und glücklich zu sein, denke ich aber voller Sorge daran, dass es damit schneller als gedacht wieder aus und vorbei sein kann. So könnte heute zum Beispiel das Telefon klingeln und Frau Merkel könnte mich als Minister in ihr viertes Kabinett berufen. Dann sehe ich alt aus. Während einer Jungschar-Rüstzeit auf dem Schloss Mansfeld haben wir einmal eine Kinderregierung gebildet. Darin war ich auch Minister, und zwar Minister ohne Geschäftsbereich. Das hat mir sehr gut gefallen. Darauf würde ich mich auch noch mal für vier Jahre einlassen. Alles andere kommt nicht in Frage. Vor allem müssten wir die ganzen Fernsehauftritte ein für allemal am Stück abdrehen. Aber ich glaube, d…

Ein Rätsel

In der Fastenzeit geht es ja nicht zuletzt darum, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Keineswegs sollte man sich quälen und kasteien, sondern sich darauf besinnen, was einem eigentlich gut tut und was nicht. Auf letzteres soll man dann verzichten. Eine zeitlang. Das ist gar nicht so schwer. So kann man doch getrost darauf verzichten, was einen dick macht. Die Personenwaage zum Beispiel. Ich zweifle ja schon länger an ihrer Objektivität und Überparteilichkeit. Jetzt hat sie einfach mal Pause und kann sich überlegen, was sie falsch gemacht hat. Aber vielleicht kann sie ja gar nichts dafür, sondern ist, wie wir alle, nur ein Opfer der Schlamperei auf den höchsten Ebenen. Wie sich nämlich herausgestellt hat, liegt der Fehler beim Ur-Kilogramm in Paris. Es ist seinerzeit von seinem Erfinder, Alfred Kilo, unter zwei Käseglocken gestellt worden und dient seitdem als Referenzgewicht für die Herstellung von Eichgewichten für alle Waagen dieser Welt. Seit einiger Zeit weiß man aber, dass da…

So weit sind wir noch nicht

Ich esse ja mal wieder zu viel. Morgens, mittags, abends, nachts, zwischendurch - ständig bin ich am Essen. Manchmal kaufe ich dann am Anfang der Woche Gemüse; Tomaten, Paprika und sowas. Am Ende der darauffolgenden Woche muss ich es dann wegschmeißen. Gemüse wird ja so schnell ungenießbar. Ein Spaghetti-mit-Tomatensoße-Fertiggericht kann man dagegen fast unbegrenzt aufbewahren. Meistens esse ich aber Bratwurst. Das kann ich hier aber gar nicht schreiben. Ein Bekannter hat mir nach der zurückliegenden Wahl erzählt, dass er die Tierschutzpartei gewählt habe. Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, habe ich ihm erzählt, ich würde nur noch Gemüse essen. Am vergangenen Wochenende habe ich dessen ungeachtet sogar ein geräuchertes Hähnchen gegessen. Das wäre früher undenkbar gewesen. Da hätte ich mir höchstens vorstellen können, geräucherten Fisch zu verzehren.

Gestern ist mir dieser schöne alte Brauch wieder eingefallen. Fisch passt ja auch viel besser zur Fastenzeit als Hähnchen, wobe…

Ohne Groll und Bitterkeit

Es gibt alles im Abo. Manche Sachen gibt es nur noch im Abo. Die Zeitung sowieso. Radio und Fernsehen auch. Computersoftware genauso. Das Sockenabo wird 2019 20 Jahre alt. Mit dem Bierabo kriegt man jeden Monat neue spannende (!) Biere. Das Problem beim Abo ist allerdings, den Überblick zu behalten. Ich habe inzwischen so viele Probeabos am Laufen, dass ich die Kündigungsfristen garantiert verpassen werde. Dann werden die Abos nach und nach mein Konto leersaugen und das war’s dann. Für manche Abos muss ich monatlich zahlen, für andere jährlich. Ich sehe nicht mehr durch. Gerade habe ich ein Klamottenabo abgeschlossen, bei dem mir monatlich was zum Anziehen geschickt wird. Ich muss es nicht mehr aussuchen. Endlich. Wieder eine Sorge weniger. Leider werde ich mir nun aber auch einen Kleiderschrank kaufen müssen. Melissa, meine Stylistin hat mir schon geschrieben. Zuerst brauchte sie ein Foto von mir. Demnächst benötigt sie vielleicht ein Foto von meinem Kleiderschrank. Dann sehe ich al…

Gute Idee

Kultur hat irgendetwas mit „bauen“ zu tun. Leider ist das so. Gebaut wird einfach immer und überall. Wenn man in einer Kultur leben will, muss man sich damit abfinden. Die Bahn baut in Berlin und Brandenburg an einhundert Stellen gleichzeitig. Dass überhaupt noch etwas fährt, grenzt an ein Wunder. In Berlin werden demnächst alle Parkplätze zu Radwegen umgebaut. Das ist schlau, denn bald wird man nur noch mit dem Fahrrad durchkommen. Man darf die Bautätigkeit nicht ziel- oder ergebnisorientiert betrachten! Dann ist man nur frustriert. Bauen ist ein niemals endender Prozess. Durch das Bauen entfaltet sich die kulturelle Vielfalt einer Gesellschaft. Die Beschäftigten im Baugewerbe sind unsere wahren Kulturschaffenden. Es entstehen zum Beispiel neue Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Wer wie früher nur eine Verbindung kennt, erst diesen Bus, dann jene Bahn, der wird scheitern. Man muss ungefähr die Richtungen kennen, bereit sein, jederzeit umzustei…

Reset

Das Meer kommt! Es steigt an. Mindestens 65 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts. Glücklicherweise habe ich alles Notwendige in die Wege geleitet um dieses Ende nicht mehr zu erleben. Trotzdem wird es kommen. Auch der Schuldige ist bereits ausgemacht: Es ist der Klimawandel. Oder auch die Erderwärmung. Wobei Letztere lieber in die Verantwortung genommen wird. Bei der Schuldfrage spricht man lieber vom Klima. Für manche mag das erleichternd sein. Es ist also nicht die SPD. Es ist nicht Martin Schulz. Diesmal auch nicht Thomas Middelhoff. Es ist der Klimawandel. Das ist genial. Denn weder lässt sich der Klimawandel zur Rechenschaft ziehen, noch kann die Erderwärmung für irgendetwas haftbar gemacht werden. Aber die beiden waren es gewesen! Diese beiden Erzschurken haben unsere Küsten auf dem Gewissen. Genauer betrachtet führt uns diese Analyse zum besorgniserregenden Zustand der öffentlichen Geistes- und Gemütsverfassung. Der Psychiater Hoimar von Dithfurth hat seinerzeit als erster…

Spielfigur

Man sagt ja, dass man eine Simulation an ihren Fehlern erkennen könnte. Also wenn sich die eigene Optik zum Beispiel plötzlich gegeneinander verschieben würde, sagen wir oben gegen unten, dann hätte man so einen Fehler in der Matrix. Das wäre dann ein eindeutiger Hinweis darauf, dass wir Teil einer Simulation sind. Solche Fehler nehme ich seit einiger Zeit sehr deutlich wahr. Es erscheint mir auch irgendwie logisch, Teil einer Simulation zu sein. Anders wären die Vorgänge um mich herum nur sehr schwer oder gleich gar nicht zu erklären. Nehmen wir nur mal die SPD-Martin-Schulz-Geschichte. Sie ist eigentlich nur von ihrem Ende aus zu verstehen, das ja aus unserer Perspektive noch gar nicht feststeht. Genauso verhält es sich aber auch mit der CDU-Angela-Merkel-Story. Das gehört alles zu einem Plot für die eigentliche Geschichte, die gerade erzählt wird. An dieser Stelle muss man nun fragen, warum ich offensichtlich der einzige bin, dem die Fehler in der Matrix auffallen. Die für mich am…

Themenwechsel

Ich bin gespannt. Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen, wo und wann meine Hauslatschen wieder auftauchen werden. Ich vermisse sie seit mehr als einer Woche. Die ganze Sache ist einigermaßen mysteriös, denn sie können sich in meiner in meiner Wohnung eigentlich nirgendwo verstecken. Suchen hat aber natürlich überhaupt keinen Zweck. Durch Suchen verschwinden Dinge nur noch gründlicher. Man muss sie ignorieren, nicht mehr an sie denken, so tun, als hätte man sie nie besessen. Dann springen sie einem auf einmal ins Gesicht. Es ist also auch schon grundfalsch, hier darüber zu schreiben. Am besten wechsle ich schnell das Thema. Das ist aber gerade leider ganz schlecht. Durch Thema-wechseln bin ich ja nur auf die Latschen gekommen. Das Thema lautete nämlich eigentlich: Steuererklärung. Keine große Sache, macht alles der Computer, ich muss mich nur mal hinsetzen. Höchstens zwanzig Minuten. Jetzt schien aber gerade die Sonne so schön. Also: Themenwechsel und raus in die Sonne.

Am Wochenende w…

Wieder falsch

Das erste, was man sich als Reiter kaufen musste, war eine Reitkappe. Als Voltigierkind brauchte man keine. Komisch. Nun konnte man ja weder bei Amazon bestellen, noch in einen Reiter-Shop gehen. Ich hatte wahrscheinlich noch Glück, weil ich Berlin-nah wohnte. In der Hauptstadt gab es am Alexanderplatz die Suhler-Jagdhütte. Hier konnte man unter anderem Reitkappen kaufen. Das Wichtigste, was man dafür brauchte, war der Kopfumfang. Ich habe ihn damals gewusst. Jetzt musste ich eine neue Mütze kaufen, weil ich die alte im Bus vergessen hatte. Mützen gibt es neuerdings häufig in Einheitsgröße. Unisize. Beim Kauf freut mich das ungemein, weil ich mir eigene Körperdaten nicht merken kann. Wahrscheinlich eine Schutzfunktion. Es beginnt mit dem Blutdruck, setzt sich fort beim Gewicht und endet bei Maßen wie Größe, Taillenumfang oder eben Kopfumfang. Mit der Freude ist es dann aber schnell vorbei, wenn ich das Einheitsgrößenprodukt anziehen will. Im Fall der Mütze wurde es einfach dunkel. Of…

Neues vom Koala

Was gibt es eigentlich Neues vom Koala? Er hatte es ja vor vier Jahren verpasst, zum Maskottchen der GroKo zu werden. Die Chancen stehen diesmal nicht schlecht. Ich wurde hellhörig, als es hieß, man habe auf eine Nachtsitzung verzichtet, weil man es an dem Tag sowieso nicht mehr schafft. So kann ein Schuh draus werden! Ein Koala wird es sich lieber dreimal überlegen, ob er seinen Schlafbaum verlässt. Wenn noch nicht genug Eukalyptus gewachsen ist, hat es ja überhaupt keinen Sinn. Es wäre sogar sträflicher Unsinn, der dem Koala schlecht bekommen könnte. Er muss mit seiner Energie haushalten, denn viel gibt der Eukalyptus schließlich nicht her. Im Radio haben sie gesagt, dass die Gefahr bestünde, dass die Bürger jetzt die Geduld verlieren. Ich glaub‘s auch! Vielleicht ist ja alles nur ein Test, wieviel Geduld die Journalistinnen und Journalisten noch aufbringen, jeden Tag vom frühen Morgen bis in die Nacht vor den Parteizentralen herumzulungern. Sie haben ja keine andere Wahl, denn son…

In den Köpfen

Da die Mauer nun genauso lange nicht mehr steht, wie sie gestanden hat, schien es an der Zeit, mal wieder nach Westberlin zu fahren. In den ersten Jahren nach 1989 muss ich öfter dort gewesen sein, aber mit der Zeit haben die Besuche nachgelassen und schließlich ganz aufgehört. Jetzt hatte ich Mühe, vom Bahnhof Zoologischer Garten aus eine bekannte Straße zu finden. Als es mir schließlich gelungen war, gingen die Probleme los. Ich wurde von Touristen ausgefragt, wo denn diese oder jene Sehenswürdigkeit zu finden sei. Ich muss ausgesehen haben, wie der vertrauenswürdigste Westberliner. Wo ist C&A? Wie kommen wir zum KaDeWe? Ja, woher soll ich das wissen? Ich bin auch nicht von hier! 
Westberlin ist eine fremde Stadt, in der ich mich nicht auskenne. Irgendwo muss ich noch einen Falk-Plan haben, den patentgefalteten Stadtplan. Ein Must-have für den Großstadtnomaden. 1990 absolvierte ich ein Praktikum in Potsdam. Ich wohnte in Weißensee. Jeden Tag fuhr ich über Berlin-Friedrichstraße…

Volle Möhre

Es heißt ja, Sitzen ist das neue Rauchen. Das trifft die Sache aber nicht, ja es streift sie nicht mal. Schließlich belästige ich niemanden durch Sitzen, es sei denn, ich sitze auf seinem Platz oder gar auf seinem Schoß. Das ist aber ein anderes Problem. Raucher haben mich früher auch nicht belästigt. Das lag höchstwahrscheinlich daran, dass ich selbst Raucher war. Heute fühle ich mich schon beeinträchtigt, wenn ich durch das geschlossene Fenster in zwanzig Meter Entfernung einen Raucher sehe. Oder eine Raucherin. Sehe ich jemanden sitzen, bleibe ich ganz ruhig. Wenn er dabei nicht raucht. Oder isst. Essen ist das neue Rauchen! In öffentlichen Verkehrsmitteln muss insbesondere der Verzehr von rohen Mohrrüben unterbunden werden. Die Zukunft dieses Landes hängt davon ab! Ich fuhr nur eine Station aber der einzige Möhrenknusperer des Landkreises war im Zug und setzte sich mir gegenüber. Dann holte er sie raus. Rot und schrumplig, natürlich Bio. Er trug eine Wollmütze und eine Brille, bi…

Nichts. Niemand. Gar nichts.

Es gibt noch ein anderes kleines Männchen, das leider nicht im Internet wohnt. Es steht an der Tür, wenn man grade zum Einkaufen los will, lächelt einen an und sagt, man brauche doch eigentlich gar nicht einkaufen und wenn doch, könne man es morgen immer noch erledigen. Gut, denkt man, es gibt ja genug Anderes zu tun. Setzt man sich dann an seinen Schreibtisch, um die Steuererklärung auszufüllen, ist das Männchen plötzlich wieder da, winkt ab, gähnt und rekelt sich und erklärt, die Steuererklärung laufe einem schon nicht weg, morgen sei auch noch ein Tag. In der Küche steht es vor dem Abwaschberg: man dürfe doch gar nicht mit Wasser hantieren, der Verband darf nicht nass werden. Erst wieder nach dem Fäden ziehen! So geht die Woche dahin und ab Montag muss ich wieder meine Zeit zu Markte tragen. Fragt mich einer, was ich eigentlich gemacht habe, fällt mir nichts ein. Aber genau das sollte ich ja auch machen: Nichts. Das Männchen hatte also recht und ich tue ihm Unrecht. 
Nichtstun ist…

Algorithmus

Man kann sich nun mal nichts ausdenken, was es nicht irgendwie auch gibt. Auch die fantastischsten Fabelwesen von Hieronymus Bosch mussten aus Existierendem gemalt werden. Mit der Armbanduhr verhält es sich so, dass man ihr Nachrichten diktieren kann, die dann in geschriebenen Text umgewandelt werden. Ich wollte Axel, meinem alten Freund schreiben, dass ich bis Freitag krankgeschrieben bin und wir uns in den nächsten Tagen treffen könnten, wenn es nicht zu spät würde. Ich diktierte und die Uhr schrieb: „Ich bin sehr krank. Das habe ich jetzt schriftlich. Wir können uns in den nächsten Tagen treffen, wenn es dann nicht schon zu spät ist.“ Ich kann nichts dafür, dass meine Armbanduhr so kreativ ist. Ich weiß natürlich, dass es nicht die Uhr ist, die Gesprochenes in Geschriebenes umwandelt. Es ist der Algorithmus. Ich stelle mir den Algorithmus immer als sehr alten und kleinen Mann vor. Er wohnt im Internet und schickt uns Emails, entscheidet, welche Werbung wir auf Internetseiten angez…