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Glück und Zufriedenheit


Mein Quartier befand sich in der Eisenbergerstraße in Bad Klosterlausnitz. Im Dachgeschoß eines Seitenflügels befinden sich dort ein paar Zimmer. Ich war spät dran und wollte meine Tür abschließen. Dabei fiel mir der Schlüssel runter. Das wäre nun nicht weiter tragisch gewesen. Man hebt den Schlüssel eben einfach wieder auf. Diesmal konnte ich den Schlüssel aber nicht aufheben, weil er nicht mehr da war. Er fiel runter - und war verschwunden. Vom Erdboden verschluckt. Ich merkte, wie ich ganz langsam meine Fassung verlor. In meiner Klasse war ein Junge, der bei ähnlichen Gelegenheiten immer weinte. Wir haben uns über ihn lustig gemacht. Jetzt verstand ich ihn. Ich wischte die Tränen ab und kniete mich auf den Fußboden. Es gibt eine wissenschaftstheroretische Regel, die besagt, dass eine Erklärung dann höchstwahrscheinlich die zutreffende ist, wenn sie auch die einfachste ist. Dass sich der Boden auftun und den Schlüssel verschlucken kann, wäre eine Erklärung. Eine andere Möglichkeit wäre, wenn sich in dem Moment, als der Schlüssel fiel, ein kleines Wurmloch geöffnet hätte und der Schlüssel sich nun an einem anderen Punkt der Raumzeit befände. Beide Erklärungen erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber nicht einfach in dem Sinne, dass sie sich ohne weiteres mit unseren alltäglichen Erfahrungen in Übereinstimmung bringen lassen. Also suchte ich weiter und entdeckte, dass es eine kleine Ritze zwischen der Türschwelle und dem Zimmerfußboden gab, die so tief war, dass dort ein Zimmerschlüssel gut und gerne verschwinden konnte. Die einfachste Erklärung war, dass der Schlüssel genau dorthinein gefallen und auf Nimmerwiedersehen verschwunden war. 

Diese Entdeckung milderte mein Unglück nun nicht im Geringsten. Dann aber wendete sich das Blatt. Die Wirtin erledigte gerade den Zimmerservice und ich konnte ihr unmittelbar und vor Ort von meinem Missgeschicke berichten. Dabei stellten wir fest, dass es ein Glück war, dass der Zimmerschlüssel heruntergefallen war, bevor ich die Tür abschließen konnte. Ich ging nicht wenig erleichtert davon (nicht zuletzt um einen Schlüssel, auf den ich nun nicht mehr achtgeben musste,) und erreichte mein Ziel für diesen Tag zwar spät, aber noch rechtzeitig. Die ganze Geschichte erinnerte mich an die Begebenheit, als mir mein Wohnungsschlüssel durch den Fußabtreter in den darunter liegenden Keller fiel. Auch dieses Unglück wendete sich, weil ich zur gleichen Zeit einen Schlafgast beherbergte, der zwar spät in der Nacht aber immerhin mit einem Schlüssel zu meiner Wohnung heimkehrte. 

So sitze ich an dunklen Winterabenden gern im Kerzenschein und freue mich über das Glück, das mir in all meinem vermeintlichen Unglück zuteil wurde. Dann erkenne ich, dass es immer besser ist, stille zu halten und in sich selbst vergnügt zu sein, als in hektische Betriebsamkeit zu verfallen und sein Heil bei Beutelschneidern, Wundermännern oder Quacksalbern zu suchen. Wer das kann, der hat auf keinen Sand gebaut. 

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Dir geht‘s jetzt manchmal nicht so gut (Und nicht, weil ich dir fehle) Du brauchst jetzt jede Menge Mut Und Pflaster für die Seele.
Du brauchst jetzt jede Menge Kraft Und jede Menge Lieder Und endlich hast du es geschafft Und die Sonne - kommt wieder.