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Neustart

Zur Zeit sitze ich wieder oft und gern an den Abenden bei mir zu Hause und singe mir selbst etwas auf meinem neuen Gitarrenverstärker vor. Das macht mich sehr glücklich. Es ist genau die Art von Musik, die mir gefällt und die Texte könnten von mir sein. Sind sie ja auch. Hin und wieder ist es mir ein bisschen unheimlich, dass ich mir selbst so gut gefalle, aber das geht ziemlich schnell vorbei. Also das Erste, dass es mir unheimlich ist. Ich sage mir dann, ich muss schließlich ein Leben lang mit mir zusammenbleiben, da habe ich gar keine andere Wahl, als mich selbst ein bisschen zu mögen. Ich könnte ja nirgendwo hin, wo ich nicht auch wäre. Also vertragt euch! Außerdem freue ich mich, dass ich schon jetzt, ein paar Jahre vor meinem 60. Geburtstag, ein schönes Abendprogramm mit mir selbst gestalten kann. Das war ja nicht immer so. Aber alles, was ich vorher gemacht habe, hat letztlich dazu geführt, dass einmal dieses Ehepaar hereinkam und mich fragte, ob ich der Künstler(!) sei, der m…

Zeit, aufzustehn

Dauermüde… Das Gute daran ist, dass der Tag wie ein Film an einem vorbeizieht. Dinge passieren einfach. Ich mache mir keine Gedanken mehr, was ich dazu beitragen könnte. Ich gebe mein Bestes, aber ich plappere entweder irgendwelches Zeug oder dämmere vor mich hin. Das Schlechte daran ist, dass der Zustand irgendwie nicht mehr weggeht. Schlafen schafft keine Abhilfe. Ich schlafe zwar sofort ein. Aber ich wache auch sofort wieder auf. Gefühlt bin ich einfach immer wach. Warum auch nicht? Wer schläft, kriegt ja gar nichts mit. Ich, der ich eine ganze Nacht lang wach im Bett liege, bin wahrscheinlich der Einzige, der weiß, was das Herz in so einer Nacht leistet. Es schlägt doppelt so schnell, wie am Tag. Ich wundere mich eigentlich, dass ich bei diesem Gewummere einmal schlafen konnte.

Eben war ich mal wieder kurz weggenickt. Gemerkt? Natürlich nicht. Wenn ich mit einem Stift schreiben würde, wäre ein ziemliches Gekrakel auf dem Blatt. Ich schaffe eigentlich keine Zeile, ohne einzuschla…

Trinken mit Verstand

Der Trick mit der Bombe ist jetzt doch nicht aufgegangen. Eigentlich sollte die Höllenmaschine ein Loch in die Hauptstadt sprengen, groß, wie das Nördlinger Ries, in dem alle Probleme verschwinden und ein für allemal begraben werden können. Die Bombe war aber zu alt und man ist stattdessen einfach wieder zur Tagesordnung übergegangen. Das bedeutet, dass die Bundesregierung weiter regieren muss, der Hauptbahnhof Bahnhofsballett spielen und der Flughafen sich weiter tot stellen muss. Außerdem werden immer weiter einfach noch mehr Menschen in die wenigen Biergärten der Stadt strömen. Weil es wegen der Menschenmassen am Ausschank gar nicht mehr möglich ist, sich noch ein zweites oder gar ein drittes Glas Bier zu kaufen, wird gleich beim ersten Mal der vierfache Preis aufgerufen. Das ist alles nicht schön, aber es ist nun mal meine Welt und ich muss mich darin einrichten. Es hilft einem ja nicht weiter, deswegen ständig schlechte Laune zu haben. Aber man versteht doch ein bisschen, warum …

Ohne Maschinen

In dieser Woche fahren die Männerfreunde wieder zum Wandern und ich darf nochmal mit. Dazu werden sich die Temperaturen hoffentlich in einem Bereich zusammenfinden, der das Bewegen an frischer Luft noch ohne ernsthafte Gefährdungen der Männergesundheit gestattet. In der vergangenen Woche habe ich schon mal ein bisschen trainiert und weiß zumindest, dass die Temperatur im Spreetunnel in Friedrichshagen zum Wandern völlig ungeeignet ist. Mein immer gut informierter Freund Axel (alt), konnte dazu ausführen, dass der Tunnel ursprünglich zum Kühlen von Bierfässern angelegt wurde. Das mag zutreffen oder auch nicht, jedenfalls ist es dem Kreislauf von Mittfünfzigern nicht zuträglich, derartig abrupte Temperaturwechsel vorzunehmen. Ich verlor sofort die Orientierung, was auch an den beschlagenen Brillengläsern gelegen haben mag und hätte im unwegsamen Heidegebiet des Stadtflusses zweifellos verschmachten müssen, wenn nicht ein unbändiger Überlebenswille zu meiner genetischen Grundausstattung…

Ballast

Was wurde nun eigentlich aus dem Fahrrad? Tja, was soll ich sagen? Es kommt eben so, wie ich es mir ausdenke. Seltsamerweise ist mir das in dem Augenblick, in dem sich die Dinge ereignen aber nicht bewusst. Ich überreichte voller Vorfreude auf einen großartigen Fahrrad-Sommertag meinen Abholschein. Freitag wurde auf einmal sehr aufgeregt. Es gäbe Probleme! Große Probleme!! Ich sollte mitkommen. Mich erinnerte das alles an eine Szene aus den Mosaik-Heften mit der Abrafaxe. Da hatte der Wirt die Muskete von Abrax als Hebel auf eine verbogene Wagenachse gesteckt und kriegte sie nicht mehr runter. Die Muskete war danach hinüber. So ungefähr zeigte mir Freitag am Freitag mein Fahrrad und es sah auch ungefähr so aus, wie die Muskete von Abrax. Da es sich um ein Motorfahrrad handelte, hatte es ein sensorisches Tretlager und das konnte Freitag nicht so ohne Weiteres beschaffen. Erstens gäbe es lange Lieferzeiten und zweitens wäre es nicht ganz billig. Er schätze mich so ein, dass ich so eine…
Bild

Keine Wahl

Man muss sich das Leben vielleicht wie ein Bild vorstellen, nur dass wir das fertige Bild eben nicht zu Gesicht bekommen, denn das fertige Bild sind wir selbst. Manchmal „erinnern“ wir uns daran, wie es weitergeht. Das ergibt dann diese deja-vu-Momente, die einem deshalb so bekannt vorkommen, weil das Bild ja schon fertig ist. Zu meinem Bild gehören alle Lieder und Geschichten und ein Roman-Fragment. Ich habe deutlich genug gesehen, dass es ein Fragment bleibt. Wenn man großes Glück hat, sieht man sein Bild in seinem allerletzten Augenblick und dann versteht man es, wenn man noch klar genug im Kopf ist, um zu verstehen. Das ist aber für die Schönheit des Bildes nicht notwendig. Das Bild muss sich ja nicht selbst schön finden und verstehen muss es sich selbst gleich gar nicht. So ein Bild ist ja auch nicht für alle Menschen gleich schön und manche können gar nichts damit anfangen. Aber irgendjemanden gibt es, der es in sein Herz schließt. Das Leben ist nun aber nicht für die Menschen …